Titel: Mittagessen
Autor: callisto24
Charaktere: Jack, Chase
Genre: Drama
Thema: vor Season 3
Word Count: 416
Rating: PG - 13
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....

 
“Mittagessen?” “Wie?”Jack sah verwirrt von seinem überladenen Schreibtisch auf. Er brauchte einen Moment, um sich von den Akten, die seine gesamte Konzentration in Anspruch genommen hatten, zu lösen. “Mittagessen! In einer Stunde! Du und ich!” Ein amüsierte Funke blitzte in Chases Augen auf, während sein Gesicht einen unwiderstehlich spitzbübischen Ausdruck annahm. Jack blinzelte irritiert. “Ich hab zu tun.” Chase stützte sich mit den Armen auf Kanten des Tisches und lehnte sich vertraulich nach vorne. “Auch wenn ich dich, solange ich hier arbeite, noch niemals essen gesehen habe, irgendwann wird es sich doch nicht vermeiden lassen.” Jack verdrehte die Augen. Der Junge fing wirklich an ihm auf die Nerven zu gehen. Schön und gut, dass Tony für einen Partner gesorgt hatte, obwohl er eigentlich lieber allein arbeitete, aber sein Einsatz im mexikanischen Kartell hatte doch länger gedauert, als ursprünglich geplant, und Los Angeles brauchte nun mal auch fähige Leute. Und so grün Chase auch noch hinter den Ohren zu sein schien, es ließ sich doch nicht leugnen, dass er Talent hatte. Um ehrlich zu sein, hatte er sogar mehr Talent, als Jack ihm jemals zugestanden hätte, mehr, als jeder andere, mit dem er bisher zusammen gearbeitet hatte. Er schien seine Gedanken in Sekundenschnelle zu erfassen, manchmal sogar vorauszuahnen, sie beide befanden sich definitiv auf einer Wellenlänge. Nur, dass er hin und wieder etwas Freiraum brauchte, diese Tatsache konnte er ihm einfach nicht verständlich machen. Chase hing an ihm wie eine Klette, und es begann mehr als lästig zu werden, sich ständig Aufgaben für ihn auszudenken, nur damit er für fünf Minuten allein sein konnte, damit er tun konnte, was er tun musste, um nicht durchzudrehen. “Nein Chase! Kein Mittagessen, kein Abendessen, kein Frühstück! Ich - hab - zu - tun!” Die grünen Augen weiteten sich. Nicht, dass er zum ersten Mal grob mit ihm umgesprungen wäre, aber offensichtlich hatte Chase so einen harschen Ton nicht erwartet. Er ließ die Tischkante los, und wich zurück, die Hände in Abwehr erhoben. “Schon gut, schon gut,” murmelte er, und erinnerte Jack in seiner plötzlich zusammengesunkenen Haltung an einen geprügelten Hund, der sich davon stehlen wollte. Und auf einmal wusste er nicht wie ihm geschah. Die Worte lösten sich ohne sein Dazutun von seinen Lippen. “Vielleicht ein anderes Mal!” Ungewollt zuckte ein Lächeln um seinen Mund, als er beobachtete, wie der jungenhafte Körper sich straffte, um gewohnt schwungvoll das gläserne Büro hinter sich zu lassen, das er, aller Voraussicht nach in nicht allzu ferner Zukunft mit einem neuen Anliegen wieder aufsuchen würde.
 
Titel: Mitte
Autor: callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Michelle, Tony
Genre / Thema: Beziehung, nach S4
Rating: PG-13
Anmerkungen: Gehört alles 24, nichts davon mir und Geld gibt´s auch keines.

 
Im Grunde war es schon einmal so gewesen. Sie hatten einander gehabt, gehalten, geliebt und ihrer beider Universen hatten nur umeinander gekreist. Und doch war es jetzt anders, besser! Sie hatten Zeit, Zeit füreinander, Zeit für sich selbst, Zeit zum Nachdenken, zum Genießen, Zeit, die ihnen manchmal endlos erschien, aber endlos im guten Sinne. Kein Druck, keine nervenaufreibende Hetze, keine Verantwortung für ihr Schicksal oder für das Schicksal unzähliger Menschen, die sich auf sie verließen. Es war wie Urlaub, wie eine neu entdeckte Freiheit, die nur noch gekrönt wurde durch das Glück ihrer Zweisamkeit. Tony hatte recht gehabt, nur ohne die CTU hatten sie eine Chance auf ein Leben zusammen, und Michelle wusste, dass sie niemals wieder darauf verzichten konnte. All der Schrecken, den sie gemeinsam und getrennt durchlebt hatten, hatte sie letztendlich nur stärker gemacht, stärker in ihrer Liebe. Manchmal, wenn sie sich abends auf ihrem Sofa zusammen kuschelten, waren keine Worte nötig. Sie wusste es, und er wusste es. Ihrer beider Leben war erfüllt von Dankbarkeit und Frieden, wie es während der ersten Zeit ihres Zusammenseins niemals hätte möglich sein können. Michelle war glücklich, und doch spürte sie, dass es für Tony noch etwas gab, etwas über das er mit ihr nicht sprechen konnte, oder nicht sprechen wollte. Zuerst hatte sie geglaubt, es hätte wieder mit seinem Aufenthalt im Gefängnis zu tun, dass diese Zeit ihn wieder eingeholt hätte, aber es war anders. Er war ruhig, es gab keine Albträume, keine unbewussten Panikattacken, kein Bedürfnis sich dem Alkohol zu ergeben. Er war einfach ab und zu abwesend, nicht im körperlichen Sinne, sondern gedanklich weit fort von ihr. Sie glaubte nicht, dass er die CTU oder die Aufregung, den Adrenalinstoß dort vermisste, er hatte ihr oft genug gezeigt, dass er dieses Leben nicht brauchte. Anders als Jack. Sie hatten darüber gesprochen, dass es nicht anders hätte laufen können, dass Jack auf irgendeine Weise früher oder später wieder zurückgekommen wäre. So sehr er dieses Leben auch ablehnen oder darunter leiden mochte, es gab für ihn kein Anderes, die Ereignisse hatten es gezeigt. Das war es wahrscheinlich, das Tony beschäftigte. Sie spürte, dass es mit Jack zu tun hatte, mit der Ungewissheit was aus ihm geworden war. Aber war es wirklich so ungewiß? Manchmal dachte sie, nein sie fühlte es, dass Tony mehr wusste als sie. Und dass er es ihr nicht sagen konnte. Meistens gelang es ihr diese Gedanken abzuschütteln, es gab gute Gründe für ihr Mißtrauen. Zu viele Jahre als Agentin, zu viele Lügen und Geheimnisse, es war kein Wunder, dass sie hinter jedem nachdenklichen Blick, hinter jedem Schweigen etwas zu vermuten begann. Und es gab keinen Zweifel, dass Tony sie liebte, ihr vertraute, dass sie der Mittelpunkt seines Lebens war. Sie waren zusammen, in der Mitte ihrer Beziehung, ihres Lebens, ihres Traumes. Ihre Liebe war stabil und unzerstörbar, nichts und niemand würde sie jemals auseinander bringen können. Der Schwur, den sie sich gegenseitig geleistet hatten, er war für ewig!

 
Titel: Ende
Autor: callisto 24
Charaktere: Audrey/Jack
Genre: Drama
Rating: PG-13
Anmerkungen: Alles gehört zu 24, nichts davon mir, und Geld wird auch keines gemacht. Ende Season 4!

 
Audrey weigerte sich es zu glauben, es war zu viel für sie. Zu viel war an diesem Tag geschehen, viel zu viel. Der Mann, den sie geglaubt hatte zu lieben, mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte, er hatte sich vor ihren Augen verändert. Das war nicht mehr Jack gewesen, der Jack mit dem sie in den letzten Wochen nahezu alles geteilt hatte, der zum Dreh- und Angelpunkt ihrer Gedanken geworden war. Jemand, der durchaus hart war, der sich in Verhandlungen und auch ansonsten in jeder Lebenslage zu behaupten wusste, aber auch jemand, der sanft und liebevoll sein konnte, und in dem sie das Bedürfnis gespürt hatte bedingungslos zu lieben und geliebt zu werden. Natürlich war auch ihr klar gewesen, dass sie ihn nicht völlig durchschauen konnte, dass er etwas zurückhielt. Aber wer tat das schließlich nicht. Sie war sich sicher gewesen, dass er so offen zu ihr war, wie es ihm mit seiner Geschichte und Vergangenheit nur möglich wäre. Niemals hätte sie vermutet, dass diese Rücksichtslosigkeit, diese Brutalität in ihm verborgen wäre, dass er es wirklich fertig gebracht hätte Paul zu opfern. Und doch hatte er genau das getan. Ihr eigener Schmerz war zu groß gewesen, um zu erkennen, dass auch er litt, dass es nicht seine freie Entscheidung war, dass er sich gezwungen gesehen hatte grausam zu sein. Auch wenn sie diese Erkenntnis begann zuzulassen, es konnte ihren Abscheu nicht mildern. Alles in ihr wehrte sich gegen dieses Verhalten, bäumte sich auf gegen dieses Ignorieren jedweder Moral und Ethik, der sie, seit ihrer Kindheit, in ihrem Leben gewohnt war, primäre Bedeutung einzuräumen. Sie hatte geglaubt, ihm nie wieder in die Augen sehen, nie wieder seinen Anblick oder seine Nähe ertragen zu können. Und nun würde sie ihm nie wieder in die Augen sehen, sie würde ihn nie wieder sehen, nie wieder mit ihm sprechen können. Es war vorbei - endgültig. Es würde niemals eine Chance geben, wenn auch nicht auf Verständnis von ihrer Seite, aber doch vielleicht auf kleine Schritte zur Versöhnung oder wenigstens auf eine Aussprache. Doch nun würde sie niemals wieder seine Stimme hören können, es niemals wieder hören, wenn er ihren Namen flüsterte....! Sie ließ den Kopf auf ihre Knie sinken und ein Schluchzen schüttelte ihren Körper.
 
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