Titel: Tod
Autor: callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Jack, Tony
Kategorie: Drama
Thema: vor Season 3, Mexico
Word Count: 549
Rating: NC-17
Warnungen: Gewalt, Drogen
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....
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Jede Faser seines Körpers wehrte sich dagegen zu gehen, dagegen Jack alleine hier zurück zu lassen, und doch wusste Tony nicht, was er tun sollte. “Komm mit mir, Jack,” brachte er schließlich gepresst hervor. “Es ist genug. Das alles ist es nicht wert.” Er stockte, als er Jacks Augen, die sich mitleidlos in die Seinen bohrten, mehr spürte, als dass er sie sah. “Wir finden einen Ausweg. Es wird einen geben. Salazar... .”
Es gelang ihm Jacks Blick standzuhalten, bis dieser begann zu flackern, ihm auswich, und sich auf einen Punkt neben ihm, an der Wand richtete. “Bitte, Tony, geh!”
Es war mehr ein Flehen, als eine Bitte, und Tony fühlte, wie dünn das Eis war, auf dem sie sich bewegten, eine zerbrechliche Schicht, nur noch durch ihrer beider Willensstärke in der Lage, sie von den alles verschlingenden Tiefen des dunklen Wassers zu trennen, durchzogen von Spalten und Rissen, durch die das Grauen der Vernichtung nach oben quoll. “Nun geh schon,” zischte unerwartet eine heisere Stimme. “Geh schon, du miese Schwuchtel, damit dein Junkie Freund sich einen Schuss setzen kann.” Jack fuhr herum. Es sah aus, als wollte er sich auf den Gefangenen stürzen, doch hielt inmitten der Bewegung inne, gefror zur Statue. “Du solltest wirklich gehen!” Die Stimme glich eher einem Krächzen, rau und brüchig, dem Geräusch, das nur ein Mensch verursachen konnte, der am Rande des Abgrundes stand. Tony starrte auf den ihm zugewandten, gekrümmten Rücken, die abfallenden Schultern, den gesenkten Kopf, die Hände, die regungslos zu beiden Seiten des Körpers herabhingen. Regungslos und doch angespannt, als wüssten sie, welche unabwendbare Aufgabe ihnen bevorstand, welch grausame Pflicht sie noch zu erfüllen hatten. Tony rang nach Luft. Auf einmal konnte er es nicht mehr ertragen, diese Enge, diese Hütte, diesen Geruch nach Tod und Blut. Er hatte verloren, hatte schon vor sehr langer Zeit verloren.
Hastig drehte er sich um, stolperte auf dem Weg zur Tür, riss den Riegel auf, und floh, ohne eine weiteres Wort, ohne sich noch einmal umzusehen nach draußen. Die Kälte schlug ihm entgegen, zerrte an seinen Kleidern, trieb ihm die Tränen in die Augen, und er wusste nur, dass er fort musste, weit fort, und das so schnell wie möglich. Er würde auch Carlos und seine Frau abziehen, die beiden hatten hier nichts verloren, niemand sollte hier sein müssen. Er zuckte zusammen, als er den Schuss hörte, einen einzigen Schuss, gedämpft durch den Aufsatz, der das Geräusch verschleiern sollte, doch dem es nicht gelang es vollständig zu ersticken, und er lief, lief schneller, rannte, floh von diesem Ort, über den er niemals zu irgend jemandem sprechen würde, über den er den Mantel des Schweigens gleiten ließ, erstickend und undurchdringlich.
Jack sank in sich zusammen, umfasste seine Knie mit zitternden Händen, versuchte ruhig zu atmen und konnte die Schauer doch nicht unterdrücken, die ihn erschütterten. War er das nun? Ein Junkie, ein Mörder, ein kaltblütiger Killer, ein Mann, der zu all den Verbrechen fähig war, aufgrund derer er andere verfolgte und hinrichtete? Es gab darauf nur eine Antwort, und nur einen Weg, um diese Antwort zu ertragen.
Mit bebenden Fingern griff er nach der einzigen Substanz auf der Erde, die ihm Erlösung bringen konnte. Noch zwei Tage, und Ramon würde ihn abholen, nur zwei Tage, bis dieser Albtraum durch einen anderen ersetzt werden würde.
 
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