Titel: Geburt
Autor:callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Angela, Chase
Kategorie: Drama
Thema: vor Season3, kurz nach Angelas Geburt
Word Count: 498
Rating: PG-13
Anmerkungen: gehört alles 24, kein Geld, etc. ....
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Lila hatte darum gebeten das kleine, zerknautschte Wesen aus ihrer Gegenwart zu entfernen.
An den Gesichtern der Schwestern und der zufällig Anwesenden konnte sie erkennen, dass es nicht gerade das übliche Verhalten so kurz nach der Geburt war, aber sie fühlte sich außerstande seine Gegenwart auch nur einen Moment länger zu ertragen. Sie war erschöpft, ausgelaugt, nach den Wehen, die ihrer Bezeichnung alle Ehre gemacht hatten. Angela sollte das Kind heißen, nach ihrer Patentante, der einzigen aus ihrer Familie, die, obwohl sie noch nicht einmal blutsverwandt gewesen war, sich etwas aus ihr gemacht hatte. Aber auch ihre gelegentliche Fürsorge hatte nicht ausgereicht, die Kälte, die ihr die Eltern entgegengebracht hatten, aus ihrem Herzen zu vertreiben. Die Kleine sollte es einmal besser haben, dieser Vorsatz blieb unerschütterlich, seit sie sich zum ersten Mal den Verdacht erlaubt hatte schwanger zu sein.
Natürlich war es, wie alles in ihrem Leben, genau der unpassendste, unvorstellbare Zeitpunkt gewesen. Gerade hatte sie sich von Chase getrennt, hauptsächlich weil sie für den neuen Teilhaber in der Kanzlei ein mehr als nur oberflächliches Interesse empfunden hatte, aber auch, weil ihr Chase mit seiner Arroganz, seinen konfusen Arbeitszeiten und seiner Unberechenbarkeit massiv auf die Nerven gegangen war. Wie erwartet, hatte er versucht ihre Entscheidung ins Wanken zu bringen, sämtliche Register gezogen, um zu erreichen, dass sie seinem angeschlagenen Ego noch eine Chance gäbe. Zum Glück hatte sie damals noch nichts von dem Kind gewusst, wenn sie damit herausgekommen wäre, hätte sie ihn womöglich niemals loswerden können. Er war damals beleidigt nach L.A. verschwunden und sie war nur zu glücklich gewesen ihre Zukunft planen zu können.
Zuerst hatte sie noch mit dem Gedanken gespielt Joseph das Kind als sein Eigenes zu verkaufen, aber schnell war ihr klar geworden, dass sie nicht in der Lage wäre so einen Betrug durchzuziehen. Sie mochte vielleicht hartherzig und gefühllos scheinen, aber unehrlich war sie nie gewesen.
Lila schüttelte den Kopf mit den langen, weichen Locken um sich selbst von dem Brennen in ihren Augen abzulenken.
Sie war am Ende, nervlich und körperlich, dennoch war das Gefühl kurz vor einem Tränenausbruch zu stehen, ungewohnt. Sie würde dem Kind die bestmögliche Zukunft schenken, die in ihrem Machtbereich stand. Vielleicht würde sich Joseph doch noch an den Gedanken an ein Stiefkind gewöhnen, sie wusste, dass er sie vergötterte, und sie wünschte sich nichts mehr als eine Zukunft mit ihm. Und an Angela würde schließlich auch sie sich gewöhnen müssen, sicherlich brauchte so etwas Zeit. Sie würde es lernen, vielleicht hatte sie zu viel erwartet, als sie davon ausgegangen war, dass sich die Mutterliebe mit dem ersten Blick auf das kleine Lebewesen, das sie so lange mit sich herumgetragen hatte, einstellen würde. Andere hatten es auch geschafft, und sie war eine starke Frau, ihr würde es auch gelingen. Das schwor sie sich stumm, während sie es zuließ, dass die Tränen zum ersten Mal seit ihrer Kindheit ihre Wangen hinunterliefen.
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