Non Sylum Canon
Titel:
Irrgarten
Autor:callisto24
Fandom: 24
Charaktere: Jack, Tony,
Chase
Kategorie: Drama, m/m/m slash, AU
Rating: NC-17
Warnungen:
threesome,graphisch - nicht lesen, wer’s nicht mag, Vampire,
Blut
Anmerkungen: gehört 24, kein Geld! Alles das nicht 24 gehört ist bjJones
geistiges Eigentum, die Sylum Clan erfunden hat, und erlaubt ein wenig mit zu
spielen. Zeitlich angesiedelt nach bjJones “Eye of the storm”. Ich bin mir
bewusst, dass Jack und Chase als Soulmates in ihrem Universum niemals, das tun
würden, das ich sie hier tun lasse... daher der Schluss!
* *
*
Tony durchschritt die weiten Gänge Sylum Manors, das Geräusch
seiner Schritte wurde von den weichen Teppichen restlos aufgesogen. Die Größe
des Gebäudes, die Pracht der Ausstattung beeindruckten ihn auch am zweiten Tag
seines Besuches mindestens ebenso nachhaltig, wie sie es vom ersten Augenblick
an getan hatten. Tony war dankbar durch Jack von dieser Welt erfahren zu haben,
die den meisten Menschen ihr Leben lang verborgen blieb. Er war fasziniert von
dem Reichtum an Emotionen und Gefühlen, die sich ihm mit jedem Menschen, mit
jedem Vampir , dem er hier begegnete, offenbarte. Es war, als würde das
gemeinsame Wissen, das jeder einzelne gezwungen war für sich zu behalten, die
Notwendigkeit sich der Umwelt gegenüber abzugrenzen, in dieser, beinahe
märchenhaft anmutenden Umgebung keine Mauern aufbauen, sondern ein
Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen, das Seinesgleichen suchte. Diese
Gemeinschaft schien unzerstörbar, eine Familie, durch äußere Einflüsse nicht im
geringsten zu erschüttern. Niemals hätte Tony, desillusioniert, durch die
langen, zermürbenden Jahre, die er im Geheimdienst verbracht hatte, es für
möglich gehalten, dass eine Liebe dieser Größe, dieser alles verschlingenden
Kraft, zwischen Menschen existieren könnte. Und genau genommen, waren ja auch
nur einige von ihnen menschlich, nur ein Teil überhaupt am Leben. Auf der
anderen Seite, ein belustigtes Lächeln zuckte um Tonys Mundwinkel, war ihm
gerade Jack, solange er ihn kannte, niemals lebendiger vorgekommen, als er ihm
nun, zusammen mit Chase erschien.
Tony verspürte diesen kleinen,
vertrauten Stich in der Brustgegend, den er in der letzten Zeit immer häufiger
bemerkte, im Grunde jedesmal, wenn er die beiden in einem Raum sah, ihre
gegenseitige Nähe spürte, den Einklang, in dem ihre Seelen und Körper
miteinander harmonierten. War es dieser Wunsch nach Nähe, dieses rückhaltlose
Vertrauen in den anderen, und das Bewusstsein, dass dieser einem ebenso
vertraute, oder war es doch schlicht und einfach ganz banale Eifersucht? Tony
seufzte frustriert, als sich sein Gang beschleunigte. Verdammt, er schien schon
wieder die richtige Abzweigung verpasst zu haben, dieses Haus kam ihm
mittlerweile vor, wie ein unüberschaubarer Irrgarten, ein Labyrinth, angefüllt
mit Geheimnissen und Kostbarkeiten, mit Antiquitäten, die ihn durch ihre pure
Schönheit in ihren Bann lockten und ein Entkommen unmöglich machten. Er
versuchte seine Gedanken zu ordnen. Eifersucht? Auf wen eigentlich? Auf Jack
oder auf Chase? Er schüttelte den Kopf, als könnte er dadurch die Gedanken
vertreiben. Natürlich wusste er, an wessen Stelle er sich wünschte, gesetzt den
Fall, er wäre in der Lage es vor sich zuzugeben. Schon damals, schon als sie
beide Rivalen um Ninas Gunst gewesen waren, zumindest hatte es sich für ihn so
dargestellt, war es ihm unmöglich gewesen in Jacks Gegenwart sein übliches
cooles Gebaren beizubehalten. Dieses, beinahe unmerkliche Zittern in seiner
Nähe, der sich um Sekundenbruchteile beschleunigende Herzschlag, hatten
deutlicher gesprochen, als jeder Analytiker es hätte tun können. Tony fühlte,
wie ihm das Blut ins Gesicht stieg. Erschütternd traf ihn die Erkenntnis, dass
Jack, und nun ja auch Chase, fähig sein könnten, derart unauffällige
Veränderungen wahrzunehmen. Ihm stockte der Atem. Wenn dem so wäre, so hatten
sie sich zumindest nichts anmerken lassen. Oder das neue, noch engere Band, das
sich zwischen ihnen entwickelte, ließ ihnen weder Zeit noch Energie, um sich mit
anderen Themen, als mit ihrer unsterblichen Liebe zu beschäftigen. Tony konnte
nicht verhindern, dass Bitterkeit in ihm aufstieg. Sicher, auch er hatte
geliebt, hatte Nähe gespürt, liebte auch jetzt. Michelle würde immer seine
andere Hälfte sein, seine Partnerin, seine Seelenverwandte. Er grinste, als ihm
bewusst wurde, wie sein kurzer Aufenthalt in Sylum bereits seine Ausdrucksweise,
wenn auch nur die gedankliche, verändert hatte. Noch vor wenigen Wochen wären
ihm dieses Wort und seine Bedeutung absurd vorgekommen, übertrieben esoterisch,
keines der Wörter, die er absichtlich verwenden würde. Doch nun, das Bild seiner
beiden Freunde vor Augen, war er es ihm ein selbstverständlicher Begriff
geworden.
Unvermittelt öffnete sich eine Seitentür,
orange-goldenes Licht drang aus dem Spalt, und Tony stolperte vor Schreck nach
vorne. “Sachte, sachte,” beruhigte ihn eine vertraute Stimme und er spürte sich
von starken Armen gepackt, gehalten, bis er wieder festen Boden unter den Füßen
hatte. “Danke,” murmelte er verwirrt, und verfluchte sein Herz, das wieder
begann wie ein Dampfhammer in seiner Brust zu schlagen. Er hatte gar nicht
bemerkt, dass er schließlich doch in bekannteren Gefilden angelangt war, sich
mit einem Mal vor Jack und Chases gemeinsamen Schlafbereich befand. “Was tust du
hier, mitten in der Nacht?” erkundigte sich Jack belustigt, nachdem er ihn
endlich losgelassen hatte. Tony vermied seinen Blick, fuhr sich mit der Hand
durch die dunklen Locken und zögerte mit der Antwort. “Konnte nicht schlafen,”
brachte er doch wider Erwarten hervor.
“So ging es uns auch.” Chase war
hinter Jack aufgetaucht, schob seine Arme langsam um die Hüften des anderen
Mannes, bis er sie vor dem flachen Bauch verschränkte. Sein Kinn auf Jacks
Schulter gestützt, sprach er weiter. “Wir hören dich schon seit einer Weile.”
Tony sah auf, begegnete dem verschmitzten Grinsen und nahm mit einem Mal auch
die lässige Kleidung der beiden wahr, die eine gute Vorstellung davon
vermittelte, womit sie soeben noch beschäftigt gewesen sein dürften. Jacks Hemd
war aufgeknöpft, seine weißen Boxershorts nicht imstande die Erektion zu
verbergen, die deutlich hervorstand. Tony schluckte nervös und versuchte seine
Aufmerksamkeit auf Chase zu lenken, der ihn mit funkelnden grünen Augen
herausfordernd ansah. Tony räusperte sich, suchte nach Worten. “Ich will nicht
stören, werde dann wieder gehen,” nuschelte er in sich hinein und machte
Anstalten seine Wanderung wieder aufzunehmen. “Das ist nicht nötig,” wisperte
Jack, legte eine seiner schlanken Hände um Tonys Hals und zog ihn mit
übermenschlicher Leichtigkeit an sich. In Tonys verwirrter Wahrnehmung, blitzten
die leuchtend gelben Augen des Vampirs auf, verschmolzen mit Chases strahlend
weißen Eckzähnen, die in ihrer Länge sichtbar wurden, als er erwartungsvoll den
Mund öffnete. Nur für einen Moment, dann bedeckte Jack seine Lippen mit den
eigenen, nahm ihm den Atem. Die Welt um ihn begann sich zu drehen, versank in
einem wilden Taumel, als Jack jeden Tagtraum, den Tony jemals hätte haben
können, in seiner Leidenschaft mühelos übertraf. Tony rang nach Luft, wollte den
Kuss nicht aufgeben, auf das kunstfertige Spiel der Zunge nicht verzichten. Er
zuckte zusammen, riss die Augen auf, die sich im Rausch der Empfindungen
geschlossen hatten, als er neben Jacks vertrauten Fingern noch zwei andere,
rauere wahrnahm. “Chase!” Er schnappte verwirrt nach Luft, begann zu stammeln.
“Aber ihr.... euer Band.... ich dachte... !” “Mach dir keine Gedanken,”
flüsterte Jack zärtlich in sein Ohr, fuhr mit Zunge und Lippen sacht über die
empfindliche Haut. “Du gehörst zu uns!” Fassungslos, willenlos, ließ sich Tony
von vier Armen in das Zimmer ziehen, in dem es betörend nach Moschus duftete,
während das Licht einen unvergleichlich weichen Glanz angenommen hatte, der in
Tony den Wunsch weckte, darin zu versinken. Statt dessen fühlte er sich
emporgehoben, schwebte für einen Augenblick und wurde schließlich sanft in
seidenen Kissen gebettet. Federleichte Finger glitten über seinen Körper, und
nur durch den kühlen Luftzug, der mit einem Mal seine nackte Haut streifte,
registrierte er überhaupt, dass seine Kleidung wie von Zauberhand verschwunden
war. Er bebte leicht, seufzte auf, als sich ein warmer, fester Körper auf ihn
legte, zärtliche Hände ihn liebkosten, blinzelte und erschauerte zugleich bei
dem Anblick des schimmernden Blaus, das ihn in Jacks Augen hypnotisierte. Der
blonde Mann lächelte, berührte behutsam Tonys Wange und drehte seinen Kopf
langsam, aber bestimmt zur Seite, um den sonnengebräunten Hals frei zu legen.
Tony sog die Luft ein, als scharfe Zähne seine Haut durchstießen, als der Geruch
von Blut seine Sinne erfüllte, und als er für einen Moment sicher war, die Erde
hätte aufgehört sich zu drehen. Er stöhnte leise, als die Empfindungen ihn zu
überwältigen drohten, das Gefühl geliebt und gebraucht zu werden, seine Sinne
erfüllte. Sein Mund wurde wieder bedeckt, sein wohliges Seufzen erstickt,
aufgesogen von harten, fordernden Küssen, während ein Blitz in seinem Inneren
aufzuckte, die Flammen, die in seinen Leisten emporloderten, Zeugnis ablegten
für die gekonnten Bewegungen, mit denen Chases Hände seinen Penis zum Leben
erweckten.
Jacks ersehntes Gewicht hatte sich beinahe unmerklich zur Seite
verlagert, war dem des jüngeren Mannes gewichen, der seine Lippen und seine
Zunge verschlang, und gleichzeitig seinen Körper in Ekstase versetzte. Kaum nahm
Tony wahr, dass Jack die Zähne aus seinem Hals gezogen und die Wunde mit seiner
Zunge verschlossen hatte, ein Gefühl der Glückseligkeit folgte dem nächsten,
wurde zu einer ebenso unerträglichen wie süßen Qual, als Chase in einer
einzigen, fließenden Bewegung seinen Unterleib anhob und machtvoll in ihn
eindrang. Er schrie auf, als die Verbindung von Schmerz und Lust ihn
überwältigte, erreichte einen nie da gewesenen Höhepunkt, als Jacks erfahrene
Hände ihn zusammen mit Chases harten Stößen zu den Sternen katapultierten.
Schweißbedeckt und schweratmend fuhr Tony hoch, blinzelte in die
undurchdringlich scheinende Dunkelheit. Seine Erektion pochte schmerzhaft und
seine eigenen Versuche Luft zu holen, rasselten laut in seinen Ohren. “Nur ein
Traum, zum Glück nur ein Traum,” entfuhr es ihm in die Stille
hinein.
Verdammt, diese ganze Sylum - Geschichte ging ihm offenbar doch mehr
an die Nieren, als er vermutet hatte. Es wurde allerhöchste Zeit, dass Michelle
und er wieder zusammenkamen, zumindest würde sie diesen verrückten Träumen ein
Ende machen.